Jakobus

Santiago de Compostela

Wandern auf den Jakobswegen in Spanien

Schon vor Jahrhunderten zog es europäische Pilger durch Kastilien und über die galizischen Gebirgspässe zum Grab des Apostels Jakobus nach Santiago de Compostela. Die Beweggründe, die heute zahllose Wanderer auf den Jakobsweg führen, sind nicht immer spiritueller, sondern oft auch sportlicher Natur. Natürlich lassen sich beide Aspekte, beim Wandern durch Spaniens Norden, wunderbar miteinander verbinden. Das Wandern auf Spaniens Jakobswegen bedeutet, sehenswerte Städte zu erkunden, Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen kennenzulernen, ausgiebig seinem liebsten Hobby nachzugehen und eine schöne Zeit zu erleben.

Der klassische Jakobsweg ist der Camino Frances. Er beginnt in den Pyrenäen in Saint-Jean-Pied-de-Port und führt auf rund 800 abwechslungsreichen Wanderkilometern in insgesamt 29 Etappen über Puente la Reina, Pamplona, Burgos und Leon nach Santiago de Compostela. Diese Route entstand im 11. Jahrhundert und ist heute auch als spanischer Fernwanderweg GR 65 markiert. Die vielen Kirchen und Hospitäler entlang des Camino Frances entstanden im Verlauf des 11. und 12. Jahrhunderts. Sie zeugen noch heute von der großen Ehre, die dem Apostel Jakobus zuteil wurde. Pilger und Aktivurlauber haben aber auch die Möglichkeit, auf dem Camino del Norte zu wandern. Er führt von der Brücke Puente de Santiago bei Hendaya an der französisch-spanischen Grenze entlang der reizvollen Küste über Ribadesella, Abadin und Mondonedo bis nach Arzua, wo er in den Camino Frances übergeht. Nahe des Ortes Oviedo befinden sich alte präromanische Gebäude, die aus dem 9. Jahrhundert stammen und sicher eine Besichtigung wert sind.

Von Oviedo aus kann der Wanderer auch dem Camino Primitivo folgen. Diese 228 Kilometer lange Route wurde lange Zeit vernachlässigt, die asturische Landesregierung sorgte aber vor einigen Jahren zusammen mit der Jakobusvereinigung für Herbergen und eine neue Beschilderung des Weges. Das Wandern auf dem Camino Primitivo erfordert allerdings ein gewisses Maß an Kondition, denn es müssen Pässe in bis zu 1.100 Metern Höhe überwunden werden. Eine weitere Alternative, zum Grab des Apostels Jakobus zu gelangen, ist die Via de la Plata. Sie führt von Sevilla über Merida, Salamanca, Zamora und Ourense nach Santiago de Compostela. Die Via de la Plata ist weniger von großen Pilgerstätten gesäumt, entführt den Wanderer aber in wunderschöne Landschaften und unberührte Natur. Menschen, die Ruhe suchen und auch einmal ein Stück des Weges alleine gehen möchten, sind auf diesem Jakobsweg genau richtig.