Wandern in den Pyrenäen

Die Pyrenäen bilden die natürliche Grenze zwischen dem spanischen Festland und Frankreich. Sie sind eine populäre Reisedestination für Bergsteiger, Kletterer und Wanderer, die hier durch einzigartige Gletschergebiete und eine Gebirgslandschaft mit rund 200 Gipfeln über 3.000 Meter streifen können. Mit einer Höhe von 3.404 Metern stellt der spanische Pico de Aneto im Maladeta-Massiv die höchste Erhebung der Pyrenäen dar. Zahlreiche Gletscherseen, die sich harmonisch in die ursprüngliche Landschaft einfügen, erinnern noch heute an die letzte Eiszeit. Rund 4.500 Pflanzenarten, etwa 300 Schmetterlingsarten und andere, selten gewordene Vertreter des Tierreichs, wie beispielsweise der Habichtadler und Bartgeier, machen die Pyrenäen zu einem Paradies für Naturliebhaber.

In der Provinz Katalonien befindet sich der Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici. Er liegt zum größten Teil über 1.000 Meter, eignet sich mit faszinierenden Landschaften, wie dem von großen Wiesen geprägten Tal des Sant Nicolau oder dem Tal des Riu Escrita und beeindruckenden Karseen wunderbar zum Wandern. Die Wege führen durch sommergrüne Laubwälder, über saftige Almwiesen und vorbei an bizarren Felsformationen, die von schneebedeckten Gipfeln gekrönt werden. Geübte Wanderer können den gesamten Nationalpark auf dem Pyrenäen-Fernwanderweg GR 11 erkunden. Eine eher leichte Tour führt vom Estany Llebreta zum Estany Llong, bei der sich dem Naturfreund die herrlichen Wiesen und Mäander von Aigüestortes, die von rauschenden Bächen durchzogen sind, erschließen.

Der älteste Nationalpark der Pyrenäen ist der Ordesa-Nationalpark (Nationalpark Odesa y Monte Perdido) in der spanischen Provinz Huesca. Eindrucksvolle Felsgebilde und tiefe Schluchten erinnern an den Grand Canyon. Wanderer werden jedoch von einer artenreichen Flora und Fauna überrascht, die europaweit wohl einzigartig ist. Vielerorts bereits ausgestorben, lassen sich im Ordesa-Nationalpark noch Braunbären und Schmutzgeier in ihrem natürlichen Lebensraum beim Wandern beobachten. Bei einer Wanderung durch das Ordesa-Tal bieten sich dem Fußgänger unglaubliche Landschaftsbilder. Über 1.000 Meter hohe Steilwände ragen in den Himmel, kaskadenartig ergießen sich zahlreiche Wasserfälle ins Tal. Bilder, die nicht nur der Fotoapparat, sondern auch das Gedächtnis für immer festhalten wird.

Das raue Gebirgsklima in den Pyrenäen erfordert beim Wandern natürlich angemessene Kleidung, denn die Sommer sind meist nur kurz, aber kühl, die Winter sind lang und sehr kalt.